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Ein defekter Standmixer verbindet außerschulische Lernorte

Kooperationen zwischen Lernorten schaffen manchmal spannende Synergien.

Eine fächerübergreifende Perspektive auf das allgegenwärtige Problemfeld von Kunststoffmüll ergab sich in der Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltzentrum in Schortens.

Die Nachhaltigkeitsziele geben Rahmen und Inhalt für eine gerechte, nachhaltige Welt vor.

Der neue Rind wurde in der 3D-CAD Software konstruiert und wird hier für den 3D Drucker vorbereitet.

Aus "alt" wird "fast wie neu". Der Mixer ist wieder einsatzbereit.

Hinten im Bild der gebrochene Ring, vorne das selbst konstruierte Ersatzteil aus dem 3D-Drucker.

Viele Gegenstände des Alltags werden nach Auftreten kleiner Defekte bereits entsorgt, da Ersatzteile aus Kunststoff teils nach kurzer Zeit nicht mehr zu erhalten sind oder von den Herstellern nicht einzeln geliefert werden. Bekannt ist dieses Phänomen auch unter den Titeln: intended breaking point, Sollbruchstelle, geplante Obsoleszenz. Ähnlich erging es einem Standmixer des Regionalen Umweltzentrums, der dort in einem Projekt der Umweltbildung mit Schulgruppen eine zentrale Rolle spielt.
Mit Hilfe von CAD-Konstruktion und der am Lernort Technik und Natur vorhandenen Expertise im Bereich des 3D-Drucks konnte ein Ersatzteil produziert werden, das nun eine weitere Nutzung des Mixers ermöglicht. So ist der Aspekt der Schonung unserer endlichen Ressourcen in beiden außerschulischen Lernorten nicht nur eine besprochene Perspektive in den Kursen, sondern auch gelebte Wirklichkeit.

 

Weitere Informationen
Der Prozess des 3D-Drucks und verschiedener Herstellungsverfahren von Bauteilen liefert hier die notwendigen thematischen Bezüge, um die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und ihnen Alternativen zu ständigen Innovationszyklen aufzuzeigen. Über die Verknüpfung zu den SDGs (Nachhaltigkeitsziele) 4, 9, 12 und 13 schaffen wir eine wirksame Vorstellung von nachhaltigem Konsum, nachhaltiger Produktion und den möglichen Beiträgen der innovativen Industriezweige zu diesen Zielen. Unser Kurs soll die Schülerinnen und Schüler auch anregen, sich kreativ und interdisziplinär mit Problemstellungen auseinanderzusetzen. Das fördert unter den Schülerinnen und Schülern die Kompetenz zur Durchführung eigener Projekte und hilft bei der Umsetzung von kreativen Vorhaben wie z.B. der Reparatur von Alltagsgegenständen.

Im Planungsteam des Lernorts ist es gelungen, dieses defekte Teil des Standmixers dann mit einer schülerorientierten und grafisch leicht und verständlich gestalteten Software (TinkerCAD) auszumessen und im Computer nachzubauen. Somit können Konstruktionsprozesse didaktisch reduziert auch von Schülerinnen und Schülern erlebt, erfahren und nachvollzogen werden. Die Oberfläche des CAD-Programms regt auch zu eigener kreativer Leistung an. Für fortgeschrittene Konstruktionsprozesse raten wir dann doch zum Einstieg in eine komplexere Software-Lösung und evtl. auch die Konstruktionsherausforderungen des am Lernort in WHV begleiteten Moduls „Formel1 an Schule“ zu bestehen. Abschließend wurde das Objekt gedruckt und einer Funktionsprüfung unterzogen.

Durch diese Kooperation und Initiative hat der Küchenmixer ein zweites Leben und unser Kurs einen weiteren relevanten, lebensweltlichen und perspektivisch sinnvollen Bezug erhalten. Die Datei des Ersatzteils werden wir OpenSource für alle zur Verfügung stellen, die einen ebensolchen Mixer ihr Eigen nennen und denen er zum Wegwerfen zu schade ist.